Onlinleben mit Handbremse und Vollgas mit neuen Stickersheets!

Plant Lady Stickersheet

Wisst ihr noch, wie wir uns von diesem irren Jahr 2020 verabschiedet haben um dann voller Ehrgeiz und Hoffnung ins neue Jahr zu starten? Das waren wilde zwei Wochen.

Dann folgte ein ziemlich langer, trister Winter (Überraschung!) gefolgt von der ernüchternden Erkenntnis: Alle zermürbenden Pandemiewellen sind drei. Und damit saßen wir wieder Daheim (den Part kennt ihr). In einer kleinen Wohnung. Zwei Personen im Homeoffice und ein Teilzeit-Homeschooling-Kind, das nicht so recht weiß wohin mit dem Stay-at-home-Frust. Aber wenn mich dieses geschichtsträchtige Jahr eines gelernt hat, dann ist es Dinge so zu nehmen, wie sie sind, ohne sich dabei in Stresshormonen zu ertränken. Also wurden die Pläne für 2021 einfach neu geordnet. Ich hatte eh noch zwei größere Auftragsarbeiten und der Etsy-Shop lief ganz artig.

Stattdessen hab ich mich darauf konzentriert, dass wir alle emotional gesund und unbeschadet aus dieser dritten Welle kommen und mich Themen angenommen, die mir schon lange ziellos im Kopf rumschwirrten. Dazu gehörten:

  1. Meine Beziehung zu Social-Media. Bin ich wirklich so unbeeinflusst wie ich mich immer gebe? Gehen höhere Followerzahlen anderer Illustratoren wirklich einfach so an mir vorbei? Welche Inhalte haben tatsächlich einen Mehrwert für mich als Künstlerin und was davon macht mir tatsächlich Spaß? Gibt es vielleicht doch eine Plattform die mir mehr bringt als Instagram? Beruflich und persönlich?
  2. Nach einem Jahr Etsy-Shop ist mir klar: Ich liebe es! Aber was genau macht mich so zufrieden?
  3. Wie bekomme ich mehr Pflanzen in meine Wohnung, ohne dass der Mann wahnsinnig wird?
  4. Brauche ich wirklich ein Studio? Wie kann ich mir die Heimarbeit noch angenehmer gestalten? Wie bekomme ich all meinen Künstler- und Shopbedarf in eine 1,5m breite Wohnecke? (Dieses Thema ist definitiv einen eigenen Blogbeitrag wert.)

Jap. Ganz schön viel.

1. Ich und Instagram

Das ist so eine Hassliebe. Ich liebe die Möglichkeiten, die uns Social Media bietet. Richtig genutzt, kann es unsere Welt sinnvoll bereichern. Wie genau, dass muss jeder für sich selbst herausfinden. Genau das war mein erster Task. Was bringt mir Instagram? Käufer die über Instagram kamen war rar. Umgekehrt aber, nahmen viele Käufer Kontakt über IG mit mir auf, nachdem sie ihre Bestellung erhalten haben. Sie haben sich so sehr über dieses kleine Päckchen gefreut, dass sie sich nochmal persönlich dafür bedanken wollten. In erster Linie ist Instagram für mich also ein Community-Tool. Ich kann direkten Kontakt zu meinen Kunden pflegen, Feedback zu neuen Illustrationen und Artikeln einholen und so ganz nebenbei wirklich wertvolle und liebe Kontakte pflegen. Und genau so ist mir Instagram sympathisch.

Als Marketingtool ist es mir einfach zu kurzlebig. Aber perfekt für die Communitypflege. Ich konnte so dem Druck entweichen, Content zu machen mit dem ich mich unwohl fühle. Ich mag Reels nicht. Stories selbst schaue ich nur ohne Ton. Laute Stories swipe ich weg. Warum also sollte ich etwas produzieren, was ich selbst gar nicht konsumieren will? Wie schon mein Opa sagt: “Wenn man wirklich mag was man macht, dann hat man Erfolg.” Deswegen gibt es auf Instagram das, was mir wirklich Freude bringt und wo ich hinter stehe. Stattdessen stecke ich in Zukunft mehr Zeit, Energie, Neugier und Herz in eine andere Plattform. Aber dazu ein anderes mal mehr.

1. Etsy=Liebe

Hätte mir jemand vor einem Jahre gesagt, dass ich einen wichtigen Teil meines Einkommens mit Etsy generieren werde, hätte ich geseufzt, die Augen gerollt und “schön wär’s” geantwortet. Und was soll ich sagen? Es ist schön! Der Weg dahin war aber ein bisschen wie einen der Schreine in Zelda – Breath of the Wild zu bewältigen. Ausprobieren. Scheitern. Und das ganze drei mal wiederholen, bis man dann doch den richtigen Winkel der Plattform gefunden hat, um die Stahlkugel auf die andere Seite des Abgrunds zu befördern. Für alle Nicht-Gamer: Entschuldigt diese Analogie. Aber ihr versteht schon, worauf ich hinaus will. Einige Produkte und Illustrationen wurden von Kunden verschmäht, andere gingen weg wie warme Semmeln. Über die Zeit hab ich ein gutes Gefühl für die Wünsche meiner Etsy-Kunden entwickelt und werde mit Käufen schon kurze nach dem erstmaligen onlinegehen belohnt. Da hüpft das Herz vor Freude!

Was mir aber am meisten gefällt, ist das Handwerk dahinter. Die Produkte selbst zu schneiden und zu stanzen. Das gestalten von neuen Verpackungen und das verpacken selbst. Daher wird es noch viel mehr Artikel aus Handarbeit geben. Den Anfang macht mein selbstgebundenes Notizheft.

Die Notizbücher mit Mini-Lesezeichen gibt es ab sofort auf Etsy

3. Pflanzen

Alle Veruche scheiterten. Noch keine Lösung gefunden. Ich bitte inständig um Hilfe.

4. Eigenes Studio oder doch weiter Heimarbeit?

This is a hard one. Ich arbeite gerne Zuhause. Ich mag die kleinen Pausen, in denen ich mich um die Pflanzen kümmere oder nach 30min sitzen mal fix eine Waschmaschine befülle, was mir im Alltag einfach viel Zeit spart. Gleichzeitig vermisse ich es, für die Arbeit das Haus zu verlassen. Da ich dieses Thema aber frühestens zum Jahresende anpacken werde, habe ich noch viel Zeit um mir darüber Gedanken zu machen. Auch schön.

2021

Diese kleine Auszeit zum reflektieren tat mir gut und war auch wirklich nötig. Jetzt werden die Tage wieder länger und wärmer. Ab Montag kann das Kind zumindest in den Wechselunterricht. Ich hab Energie für das, was dieses Jahr noch auf mich zukommt. Aber vor allem habe ich Spaß und bin noch immer mit vollem Herzen dabei.

Nach Abschluss der zwei Auftragsarbeiten zum Jahresbeginn, starte ich direkt ins nächste große Kundenprojekt. Ich bin so gespannt auf den nächsten großen Schritt in der Social-Media-Welt (bald mehr). Und der Shop wurde mit neuen Stickersheets befüllt, die ich auch im nächsten Post genauer vorstellen werde.

Seid gespannt und bleibt lieb!
Kathi

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